Technische Herausforderungen im Mobile Commerce
30.11.2011
Mobile Commerce oder kurz M-Commerce ist mittlerweile Realität. Die stetig steigende Verbreitung von Smartphones sowie die immer grosszügigeren Datenpakete der Mobilfunkanbieter waren und sind die Grundlage für diese Entwicklung.
Dies verdeutlichen auch die Zahlen welche PayPal zum Cyber Monday veröffentlicht hat. Der Montag nach Thanksgiving, wird in den USA Cyber Monday genannnt und ist einer der umsatzstärksten Tage für Onlinehändler. Pay Pal registrierte eine Zunahme des mobilen Umsatz zwischen den Jahren 2010 und 2011 von 582%.
Folgende Punkte gilt es bei einem Einstieg in den Mobile Commerce zu beachten:
- Die richtige Plattform für Mobile Commerce wählen
Mittlerweile gibt es doch schon einige Standalone M-Commerce Lösungen. Eine M-Commerce Lösung baut jedoch idealerweise auf einer bestehenden E-Commerce Plattform auf. So können bestehende Schnittstellen und Prozesse im Backend gleich übernommen werden. Dies betrifft insbesondere Bereiche wie zum Beispiel die Warenwirtschaft oder das Retourenmanagement.
Ob der Zugriff über eine native oder mobile Applikation erfolgen soll, hängt dabei von zahlreichen Faktoren ab und wurde auch schon hier im Blog näher beleuchtet. Grundsätzlich ist die Zielgruppe, der Bekanntheitsgrad der Marke und nicht zuletzt das Budget bei dieser Entscheidung zu berücksichtigen. Mischformen wie die Portierung mittels PhoneGap oder das Verwenden von „Out of the Box“ Lösungen wie Magento Mobile gilt es dabei ebenfalls im Auge zu behalten.
- Vorteile von Smartphones nutzen
Smartphones sind vollgepackt mit Sensoren, die sich daraus bietenden Möglichkeiten gilt es zu nutzen.
Orts- oder Wetterabhängige Angebote im Shop lassen sich mittels Positionsbestimmung vergleichsweise einfach realisieren. Kunden können mit solchen Massnahmen positiv überrascht und der Umsatz gleichzeitig gesteigert werden.
Ein weiterer Vorteil von Smartphones ist unabhängig von den verbauten Sensoren. Bei vielen Nutzern sind Social Media Profile in der Regel schon auf dem Gerät hinterlegt oder direkt ins OS integriert. Diese Tatsachte soll in der Planung von Social Commerce Funktionalitäten berücksichtigt werden.
- Inhalt für Smartphones optimieren: Weniger ist mehr
Was für Mobile optimiere Webseiten gilt, gilt, lässt sich auch auf M-Commerce übertragen. Die im Vergleich zum Desktop kleinen Bildschirme lassen nun mal keine Megadropdowns mit unzähligen Links für die Sortimentsdarstellung zu.
Auch ist der negative Einfluss von unstrukturierten, irrelevanten oder überladenen Seiten im Mobile Web um ein vielfaches grösser als auf dem Desktop. Im Mobile Web entscheidet eine schlanke und übersichtliche Darstellung der relevanten Inhalte direkt über Erfolg oder Misserfolg. Erfolgreiche Beispiele gibt es hier: "10 Effective Mobile Ecommerce Designs".
- Online und Offline verbinden
Mobile Commerce kann dazu beitragen, Brücken zwischen Online und Offline Welt zu schaffen. Mit der eingebauten Kamera können Produkte oder QR Codes im stationären Handel fotografiert werden und versorgen so das Smartphone mit zusätzlichen Informationen wie Testberichten oder verfügbarem Zubehör.
Umgekehrt kann beim online Verkaufsabschluss gleich auf den nächste Servicepartner hingewiesen werden oder der Kunde wird im Checkout informiert, dass die gewünschten Artikel in der nächsten Filiale auch zum Abholen bereit wären.
Fazit
E-Commerce und M-Commerce sind eng miteinander verbunden. Trotzdem sollten funktionierende Konzepte aus dem E-Commerce bei der Umsetzung von Mobile Commerce Lösungen hinterfragt und angepasst werden. Die zusätzlichen Möglichkeiten welche Smartphones mit ihren Sensoren und modernen Browsern bieten, gilt es in Mehrwert für den Kunden umzuwandeln.
Um diesen Mehrwert zu generieren ist es entscheidend, technische Möglichkeiten schon in der Konzeptionsphase zu berücksichtigen und Einschränkungen geschickt zu umschiffen.


